Letzte Meldung aus Südamerika

Wir schreiben heute aus Lima, wo wir glücklicherweise bei zwei Kitern, die wir am Strand getroffen haben, unser Surfgepäck unterstellen konnten, solange wir im Dschungel unterwegs waren.

Die Taschen sind fast fertig gepackt und morgen früh geht es dann von Lima nach Madrid und von dort aus weiter nach Hamburg. Unglaublich, dass diese Reise zu Ende geht!! Aber wir bringen so viele schöne, beeindruckende, krasse und bleibende Erinnerungen mit nach Hause – eine unvergessliche Zeit!

Auch wenn wir bald alles persönlich erzählen können, bleiben wir bei alten Gewohnheiten und berichten der Reihe nach.

Südlich von Lima haben wir die letzten Tage am Pazifik in Paracas verbracht, einem Ort, der uns schon auf dem Hinweg sehr gut gefallen hat: nette Leute, entspannte Atmosphäre, viel Wind und Wüste. Dort haben wir einen großen Teil unseres Kitegepäcks verkauft, so dass wir jetzt eine reelle Chance haben, den Rest in den Taschen unterzubringen.

Anschließend ging es für uns auf die Panamericana, ca 1200 km Richtung Süden. Da selbst die Küste in Peru bergig und die PanAm weitestgehend einspurig ist, haben wir zwei volle Tage gebraucht, um in Tacna, unserem Treffpunkt mit den neuen Besitzern, anzukommen. Dort haben wir in einem Hotel mit passendem Parkplatz Willi geputzt und unsere Sachen gepackt – natürlich mit Fußballpausen im Restaurant nebenan.

Dan und Lorena sind am Samstagabend angekommen und waren uns gleich sympathisch. Sehr interessante Leute, die u.a. ein Haus in Alaska im Nirgendwo gebaut haben und auch sonst das Leben eher abenteuerlich angehen – mit Willi haben sie auf jeden Fall das richtige Auto dafür gefunden! Nach einer ausführlichen Einführung innen und außen und einer Probefahrt ging es dann am Montag zu viert zur peruanisch-chilenischen Grenze, so dass wir offiziell ausreisen und Dan und Lorena mit den neuen Papieren nach Chile einreisen – alles ohne Probleme und recht zügig. Da wir die Zeitumstellung nicht auf dem Zettel hatten, haben wir die Öffnungszeiten der Bank verpasst und hatten so noch einen sehr netten, feucht-fröhlichen Abend auf einem Campingplatz und haben die letzte Nacht zu viert im Auto geschlafen – schließlich ist es ja ein Wohnmobil für vier ;-) Tags drauf haben wir unser Geld bekommen und am Busbahnhof hieß es dann Abschied nehmen von unserem treuen Reisegefährten.. schon ein bisschen traurig!

Als Backpacker sind wir zurück nach Tacna, wo wir das Surfgepäck abgeholt und das Spiel gegen Brasilien geguckt haben. Was für ein Spiel!! Leider mussten wir schon zehn Minuten vor Schluss ins Taxi steigen, so dass wir unseren Bus nach Lima bekommen konnten. Aber wir haben ja nur ein brasilianisches Tor verpasst :-) Die Fahrt dauerte 20 Stunden, fast Nonstop. Zum Glück hatten wir die Luxusvariante gebucht und konnten in einer Art Bett relativ gut schlafen.

In Lima haben wir eine Nacht bei Estelle und Camilo verbracht und sind am nächsten Tag nach Iquitos in den Dschungel geflogen.

Iquitos selbst ist die größte Stadt der Welt, die man nicht mit dem Auto, sondern nur per Boot oder Flugzeug erreichen kann. Trotzdem ist es eine große und laute Stadt, in der hauptsächlich Mopeds und Mototaxis unterwegs sind (dreirädrige Mopeds, die eigentlich für zwei Passagiere gedacht sind, aber die Peruaner transportieren alles und alle dadrin)

Da wir keine 300 $ die Nacht ausgeben wollten, sind wir in der Dolfin-Lodge gelandet, wobei Lodge ein ziemlich hochtrabender Begriff ist… Das Ganze erinnerte mehr an einen “Homestay” bei einer Familie als an eine Lodge: kein fließend Wasser, keine Dusche (also wie die Einheimischen, duschen im Fluss), einfaches Essen, ziemlich marode Betten, aber halbwegs intakte Moskitonetze. Wir waren gemeinsam mit Marc, einem Amerikaner, drei Nächte / vier Tage dort. Schon das Klima ist krass: Heiß, schwül-feucht und schnell wechselnd zwischen Sonne und Regen. Wir hatten einen sehr jungen, sympathischen und authentischen Guide – Jaime – der uns ordentlich auf Trab gehalten hat: wir sind entweder mit dem Kanu (allerdings mit Außenborder) oder zu Fuß mit Gummistiefeln in den Dschungel, um alles mögliche zu entdecken. Wir haben aus Lianen getrunken, Früchte aus dem Dschungel gegessen, Termiten als Mosquitoschutz benutzt, nachts Alligatoren gefangen und vom Kanu aus geangelt. Angeln ist nicht besonders schwierig, da die meisten Fische nach allem beißen, was fressbar ist, aber die meisten Fische sind sehr klein. Wir konnten einige Affen, viele Vögel, Delfine und unglaublich viele Insekten und Spinnen – sogar Tarantulas -  beobachten. Der Dschungel ist nochmals eine ganz andere Welt, die man in der kurzen Zeit gar nicht begreifen kann. Einzelne Bäume gibt es kaum, alles wächst über- und untereinander und versucht möglichst viel Licht zu bekommen. Häufig gibt es “Wohngemeinschaften” von Insekten und Pflanzen, von denen beide profitieren. Man spürt und hört, dass der Wald vor Leben pulsiert, kann aber mit ungeübtem Auge kaum ein Tier sehen. Allerdings spürt man das Leben viel mehr, als man das eigentlich will: es wimmelt von Viechern, die einen anzapfen wollen. Besonders die Moskitos haben uns trotz Deet-Spray ziemlich übel zugesetzt. Da sie überall außer unter dem Moskitonetz sind, zerrt das ganz schön an den Nerven und wir waren froh, uns nur für einen relativ kurzen Trip entschieden zu haben.

Eine Nacht haben wir sogar im Dschungel gecampt. Die Hängematten bekommen auch ein Moskitonetz und da wir eh kein fließend Wasser hatten, war der Unterschied zur “Lodge” gar nicht mehr so groß :-)

Natürlich wollten wir trotz Dschungeltrip das Finale der WM gucken, also sind wir in eines der Dörfer in der Umgebung gefahren und wurden bei der einzigen Familie mit Generator und Fernseher im Wohnzimmer untergebracht. Beim “Kiosk” gab es sogar kühles Bier! Definitiv ein Spiel, das in Erinnerung bleiben wird, erst Recht mit dem Ausgang!!

Nach unzähligen Stunden im Kanu und noch mehr Mückenstichen ging es gestern nachmittag zurück nach Iquitos, wo wir einen lustigen Abschiedsabend hatten.

Heute ging es dann zurück nach Lima. Da Estelle und Camilo zur Zeit in Kolumbien sind, haben wir einen Wohnungsschlüssel bekommen und konnten den Nachmittag nutzen um Wäsche zu waschen, Dinge auszusortieren und fertig zu packen.

Morgen früh setzten wir uns dann in den Flieger und sind am Donnerstag zurück in Hamburg. Wir freuen uns auf euch!

FinPeru

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Ein Gedanke zu „Letzte Meldung aus Südamerika

  1. Wera + VADDER

    Schöööööön das Ihr gesund und glücklich in “old germany” zurück seid – auch für uns war es eine tolle Zeit, Eure spannenden Berichte zu lesen und die Bilder anzusehen -

    wir sind glücklich Euch hier zu wissen

    Wera und Andreas

    Antworten

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